Fotoreportage über den Taubenwagen in Bielefeld.
Lange war Bekämpfung die Strategie gegen Stadttauben: Spikes, Netze und auf keinen Fall füttern. Trotzdem finden die Tiere als ursprüngliche Felsenbrüter immernoch genügend Möglichkeiten in den Nischen von Gebäuden zu brüten. Ein anderes Konzept nach dem „Augsburger Modell“ wird auch in Bielefeld umgesetzt. Ein Einblick in die Arbeit am Taubenwagen.
Hintergrund
Der Taubenwagen Bielefeld ist ein Projekt des Tierheims Bielefeld zur Regulierung und Betreuung der städtischen Taubenpopulation. Mit Unterstützung von Freiwilligen werden hier täglich die Stadttauben mit artgerechtem Futter und Wasser versorgt und gesundheitlich beobachtet.
Nach dem forschungsbasierten Ansatz des sogenannten Augsburger Modells werden den Tieren im Innern des Wagens Brutplätze angeboten. Die dort gelegten Eier werden händisch durch Gipseier getauscht, um so die Population ohne Tierleid zu reduzieren.
Herangehensweise
Die fotografische Reportage zeigt den Taubenwagen als konstruktiven, konkreten Lösungsansatz für eine komplexe, überregionale Herausforderung. Ein wichtiger Aspekt ist damit die Sichtbarkeit der Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Entgegen der verbreiteten Ablehnung wird hier – und das überrascht ohne entsprechendes Hintergrundwissen – eine fürsorgliche, verantwortungsvolle Haltung zu Stadttauben umgesetzt.
Quellen / weitere Infos:
Müller, Michael (2002), Begleitung bei der Umsetzung der tierschutzgerechten Bestandskontrolle von Stadttaubenpopulationen nach der Loseblattsammlung des Tierschutzbeirates des Landes Niedersachsen, Hannover (Dissertation Institut für Tierschutz und Verhalten (Heim-, Labortiere und Pferde) der Tierärztlichen Hochschule Hannover Tierärztliche);
Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung (2001), Gutachten von Dr. iur. Christian Arleth
(juristischer Referent der Landestierschutzbeauftragten), Berlin;
Website Deutscher Tierschutzbund Kampagne #Respekttaube.