Dokumentarische Fotoreportage über eine Frau auf der Walz.
Gezeigt wird eine Modistin, wie sie auf die traditioneller Wanderschaft ist. Die Bilder zeigen, wie sie Bräuche umsetzt, Verbindungen innerhalb der Gemeinschaft schließt und sich in ihrem Handwerk weiterentwickelt.
Hintergrund
Die Walz ist eine Brauchtumstradition, die auf das Spätmittelalter zurück geht. Nach Abschluss ihrer Ausbildung können Gesell*innen im deutschsprachigen Raum – wenn sie frei von Verpflichtungen und Schulden sind – auf die Wanderschaft gehen. Ihrer Heimat dürfen sie sich für mindestens drei Jahre und einen Tag nicht mehr nähern.
Neben der Arbeit im eigenen Handwerk spielt die Gemeinschaft und die Weitergabe der Bräuche eine zentrale Rolle. Die Wanderschaft dient dem Sammeln praktischer handwerklicher Erfahrungen, dem Kennenlernen unterschiedlicher Arbeits- und Lebenskonzepte und – nicht zuletzt – der persönlichen Weiterentwicklung.
Herangehensweise
Die fotografische Arbeit entstand über einen längeren Zeitraum hinweg in enger Begleitung. Die Protagonistin war mir bereits vor Beginn der Wanderschaft bekannt, wodurch sich eine kontinuierliche, vertrauensbasierte Zusammenarbeit entwickelte.
Die Serie basiert auf wiederholten Aufenthalten über mehrere Tage hinweg und einer langfristigen Beobachtung über einen Zeitraum von 3,5 Jahren.
Bildsprache
Die Bildsprache ist beobachtend und beschreibend, mit einer emotionalen Nähe, die aus der langfristigen Begleitung entsteht. Die Herangehensweise folgt einer dokumentarisch-erzählerischen Haltung und verbindet Nähe mit journalistischer Distanz.