Fotoreportage über eine Frau auf der Walz.
Thoko Hancock hatte gerade ihre Ausbildung zur Modistin abgeschlossen, als sie sich entschied, als Wandergesellin in die Fremde zu ziehen. Ich habe sie über mehr als drei Jahre hinweg immer wieder auf ihrer Reise fotografisch begleitet.
Hintergrund
Die Walz ist eine Brauchtumstradition, die auf das Spätmittelalter zurück geht. Nach Abschluss ihrer Ausbildung können Gesell*innen im deutschsprachigen Raum – wenn sie frei von Verpflichtungen und Schulden sind – auf die Wanderschaft gehen. Ihrer Heimat dürfen sie sich für mindestens drei Jahre und einen Tag nicht mehr nähern.
Neben der Arbeit im eigenen Handwerk spielt die Gemeinschaft und die Weitergabe der Bräuche eine zentrale Rolle. Die Wanderschaft dient dem Sammeln praktischer handwerklicher Erfahrungen, dem Kennenlernen unterschiedlicher Arbeits- und Lebenskonzepte und – nicht zuletzt – der persönlichen Weiterentwicklung.
Veröffentlichungen
Die Serie wurde in den Magazinen Stern, Happinez und Leben jetzt veröffentlicht. Einzelbilder in publish! und 6Mois (Frankreich)
Eine große Auswahl der Fotos (49 Stück) wurde von der Sammlung der IG Metall angekauft und sind in diesem Kontext immer wieder ausgestellt worden.
Herangehensweise
Die fotografische Arbeit entstand über einen längeren Zeitraum hinweg in enger Begleitung. Die Protagonistin kannte ich bereits vor Beginn der Wanderschaft, wodurch sich eine kontinuierliche, vertrauensbasierte Zusammenarbeit entwickelte.
Die Serie basiert auf wiederholten Aufenthalten über mehrere Tage hinweg und einer langfristigen Beobachtung über einen Zeitraum von 3,5 Jahren (2011-2014).